Untersuchung der wahrgenommenen Valenz generativer KI in sozialen Medien und ihrer Auswirkungen auf Einstellungen gegenüber generativer KI sowie deren Nutzung unter jungen Erwachsenen. Ein länderübergreifender Vergleich
Michael Chan, Jörg Matthes and Ljubiša Bojić
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0033
Zweck
Die Verbreitung und Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) hat unter jungen Erwachsenen weltweit rasant zugenommen. Auf der Grundlage von Theorien zur Technologieakzeptanz sowie Einstellungs-Verhaltens-Theorien untersucht diese Studie, wie die in sozialen Medien wahrgenommene Valenz generativer KI die Nutzungsabsicht junger Erwachsener in vier Gesellschaften beeinflusst. Darüber hinaus werden die Mediatoreffekte der wahrgenommenen Nützlichkeit und allgemeiner Einstellungen untersucht.
Methodik
Es wurden länderübergreifende Befragungen unter 18- bis 24-jährigen Personen in vier gesellschaftlichen Kontextendurchgeführt: Österreich, Serbien, Indonesien und Hongkong, China (N = 2.144).
Ergebnisse
Eine moderierte Mediationsanalyse zeigte, dass die wahrgenommene Nützlichkeit sowie positive Einstellungen gegenüber generativer KI den Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Valenz und der Nutzungsabsicht signifikant vermittelten und damit den theoretischen Erwartungen entsprachen. Der direkte Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Valenz und der Nutzungsabsicht erwies sich jedoch nur in Indonesien und Hongkong als signifikant, nicht jedoch in Österreich und Serbien. Darüber hinaus war der Einfluss der wahrgenommenen Valenz auf positive Einstellungen in den beiden asiatischen Gesellschaften stärker ausgeprägt als in den beiden europäischen.
Praktische und Soziale Implikationen
Die Ergebnisse unterstreichen die potenziell entscheidende Bedeutung des kulturellen Kontexts für die Wahrnehmung und Akzeptanz generativer KI unter jungen Menschen. Sie liefern wichtige Implikationen für die Entwicklung und Förderung generativer KI-Technologien in unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten.
Originalität/Wert
Diese länderübergreifende Studie untersucht Gesellschaften, die in der bisherigen Forschung zu Einstellungen gegenüber generativer KI und deren Akzeptanz bislang nur unzureichend berücksichtigt wurden.
Schlüsselwörter: generative KI; Technologieakzeptanz; soziale Medien; junge Erwachsene; Kultur.
Übersetzerin 杨玉曼 Yang Yuman
Korrektorin苏梦含Su Menghan
„Diese neue Technologie ist revolutionär!“: Eine Untersuchung des Hypes um Quantenwissenschaft in den nationalen Online-Medien der USA
Ming Wang 王鸣
Ding Xu 徐鼎
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0009
Zweck
Während sich Wissenschaftler mit dem medialen Hype um neue Wissenschaften und Technologien befassen, bleibt Hype weiterhin ein theoretisch unzureichend ausgearbeitetes Konstrukt. Diese Studie untersucht das Vorhandensein mehrerer Merkmale medialen Hypes am Beispiel der Quantenwissenschaft und -technologie.
Design/Methodik/Ansatz
Wir führten eine Inhaltsanalyse von 192 Online-Beiträgen über Quantenwissenschaft aus führende nationalen Medien der USA in den Jahren 2022 und 2023 durch.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigten, dass etwa 16 % der Beiträge zur Quantenwissenschaft übertrieben waren. Mit Blick auf weitere Merkmale wurde in mehr als drei Vierteln der Beiträge nicht auf Risiken hingewiesen, und in nahezu 70 % wurde die Unsicherheit der Quantenwissenschaft nicht erwähnt. Autoren mit wissenschaftlichem Hintergrund lieferten mit höherer Wahrscheinlichkeit substanzielle Details als solche ohne wissenschaftlichen Hintergrund. Während alle übertriebenen Beiträge Vorteile erwähnten, taten dies bei den nicht übertriebenen Beiträgen weniger als drei Viertel.
Praktische Implikationen
Diese Studie hat gezeigt, dass Online-Medien neue Wissenschaften und Technologien hypen und dabei deren potenzielle Risiken und Unsicherheiten herunterspielen.
Soziale Implikationen
Diese Studie legt nahe, dass Konsumenten von Wissenschaftsnachrichten sich weiterhin des Wissenschafts- und Technologie Hypes in Online-Medien bewusst sein sollten, insbesondere im Hinblick auf Risiken und wissenschaftliche Unsicherheiten. Nachrichtenkonsumentinnen und -konsumenten können sich eher auf Wissenschaftsjournalisten als auf allgemeine Ressortreporter verlassen, wenn es darum geht, substanzielle Details zu wissenschaftlichen Themen bereitzustellen.
Originalität/Wert
Diese Studie leistet mehrere innovative Beiträge. Erstens präzisiert sie das Konstrukt des Medienhypes durch die Integration bestehender Literatur, wodurch eine enge und eine breite konzeptuelle Definition von medialem Hype abgeleitet wurden. Zweitens optimierten wir das in der bisherigen Literatur verwendete Lexikon des Medienhypes bei der Kodierung des Merkmals der Übertreibung in dieser Studie. Schließlich ist dies die erste Studie, die eine tiefgreifende Analyse dazu bietet, wie Quantenwissenschaft in US-amerikanischen Online-Medien behandelt wird.
Schlüsselwörter: Inhaltsanalyse; Online-Nachrichten; Medienhype; Wissenschaftskommunikation; neue Technologie; Quantenwissenschaft
Übersetzerin孟雪芹Meng Xueqin
Korrektorin梅婷Mei Ting
Globale Perspektiven auf Entschuldigungen und Image-Reparaturstrategien von Content Creators: Implikationen für den Umgang mit Desinformation auf verschiedenen Plattformen
Hyacinth Bangero , Madison Clatt, Jisha Jacob and Faiswal Kasirye
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0046
Zweck
Diese Studie untersucht, wie Content Creators ihr öffentliches Image wiederherstellen, nachdem sie unbeabsichtigt Desinformation verbreitet haben. Dabei wird analysiert, wie geografische, berufliche, geschlechtsspezifische sowie publikumsbezogene Faktoren ihre strategischen Reaktionen beeinflussen.
Methodik
Ende 2024 wurden strukturierte Tiefeninterviews mit 19 Content Creators (1,3 Tsd. bis 1,1 Mio. Follower) aus 13 Ländern durchgeführt. Die Daten wurden mithilfe des Phronetic Iterative Approach analysiert, um Muster der Anwendung von Image-Reparaturstrategien in unterschiedlichen globalen und professionellen Kontexten zu identifizieren.
Ergebnisse
Es wurden vier Image-Reparaturstrategien identifiziert: korrigierende Maßnahmen (corrective action), Verringerung der Anstößigkeit (reducing offensiveness), Schuldeingeständnis bzw. Entschuldigung (mortification) sowie Zurückweisung von Verantwortung (evasion of responsibility). Content Creators aus dem Globalen Norden bevorzugen institutionelle Transparenz und strukturierte Richtigstellungen, während jene aus dem Globalen Süden häufiger Inhalte löschen und persönliche Reflexionen einsetzen. Erfahrene Content Creators legen größeren Wert auf den langfristigen Vertrauensaufbau durch öffentliche Rechenschaft, wohingegen weniger erfahrene Creators eher auf das unmittelbare Löschen von Inhalten setzen. Weibliche Content Creators neigen eher zu transparenten Entschuldigungen, während männliche Creators häufiger einen kombinierten Ansatz verfolgen. Auch die Größe der Zielgruppe beeinflusst die Strategiewahl: Kleinere Creators (1.000–10.000 Follower) entscheiden sich überwiegend für das Löschen von Inhalten, während der größte Creator (über 1 Mio. Follower) Klarstellungen bevorzugt, um ein „objektives Dokumentation“zu bewahren.
Implikationen
Die Ergebnisse verdeutlichen die doppelte Rolle von Content Creators sowohl bei der Verbreitung als auch bei der Eindämmung von Desinformation. Zugleich liefern sie praxisrelevante Anhaltspunkte für die Aus- und Weiterbildung von Content Creators, die Gestaltung digitaler Plattformen sowie die Entwicklung ethischer Kommunikationsrahmen, die kulturelle und strukturelle Unterschiede berücksichtigen.
Originalität/Wert
Die Studie leistet Pionierarbeit, indem sie die Image Repair Theory erstmals in einem globalen Kontext auf den Umgang von Content Creators mit Desinformation anwendet und damit über westlich geprägte Erklärungsansätze hinausgeht. Sie entwickelt eine kontextsensitive Typologie von Image-Reparaturstrategien und zeigt, wie Plattformlogiken, Publikumsgröße sowie die Unterschiede zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden die Online-Darstellung von Verantwortungsübernahme prägen.
Schlüsselwörter:globale Content Creators; Tiefeninterviews; soziale Medien (allgemein); Desinformation; Image-Reparatur.
Übersetzerin 杨玉曼 Yang Yuman
Korrektorin苏梦含Su Menghan
Digi-Morphismus im Kontext sich wandelnder sozialer Toleranz: Eine Untersuchung der virtuellen Influencerin Maaya Pappaya in der pakistanischen InstaSphere
Maliha Ameen, Inam Ullah Taj und Syed Muhammad Hassan Zaidi
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0015
Zweck
Diese Studie untersucht Pakistans erste virtuelle Influencerin, Maaya Pappaya, um zu verstehen, wie digitale Identitäten, algorithmische Sichtbarkeit und posthumane Handlungsmacht innerhalb der sich rasch entwickelnden Social-Media-Kultur Pakistans zusammenwirken. Im Mittelpunkt stehen Maayas sprachlicher Diskurs, ihre visuelle Selbstdarstellung sowie ihre konsumorientierte digitale Performanz. Dadurch wirdgezeigt[雪孟1], wie virtuelle Influencerinnen zur Gestaltung kultureller Normen, geschlechtlicher Identitäten und algorithmisch konditionierter Begehrensformen beitragen.
Methodik
Ein gezielt ausgewählter Instagram-Datensatz wurde mithilfe kritischer Diskursanalyse und semiotischer Analyse und einer semiotischen Analyse untersucht. Dabei wurden Posthumanismus, postkolonialer Feminismus und die Theorie des Panoptikums miteinander verbunden, um die Konstruktion von Maayas digitaler Identität zu analysieren.
Ergebnisse
Maayas geschlechtsspezifische Sprache, ihre global orientierte Ästhetik sowie ihr konsumorientiertes Branding spiegeln eine strategische Anpassung an die Influencer-Kultur wider. Gleichzeitig zeigen die Kommentare ihrer Follower sowie ihre algorithmische Sichtbarkeit eine hybride digitale Identität, die durch kulturelle Entfremdung, Überwachungslogiken und marktorientierte Aspirationen geprägt ist.
Praktische Implikationen
Die Studie bietet Fachleuten aus den Bereichen digitale Medien, Marketing und Forschung Anhaltspunkte für die Analyse virtueller Influencer in Schwellen- und Entwicklungsmärkten. Sie verdeutlicht, wie algorithmische Sichtbarkeit, sprachliche Entscheidungen und visuelle Ästhetik die Wahrnehmung des Publikums, Markenstrategien und die Konstruktion digitaler Identitäten innerhalb der digitalen Ökonomie Südasiens beeinflussen.
Soziale Implikationen
Die Studie zeigt, dass virtuelle Influencer sowohl die Narrative über Geschlecht, Moderne und Konsumkultur in Pakistan prägen als auch infrage stellen.
Originalität/Wert
Dies ist die erste wissenschaftliche Studie zu diesem Thema. Sie leistet einen Beitrag zur wachsenden Forschung über synthetische Identitäten, indem sie zeigt, dass virtuelle Influencer gleichzeitig globalisierte Ästhetiken verkörpern und lokalisierte soziokulturelle Grenzen[雪孟2] aushandeln.
Schlüsselwörter: Maaya Pappaya; digitale Identität; pixelisierte Selbstdarstellung; Ikonoklasmus; Panoptikum und Überwachung; pakistanische virtuelle Influencerin
Übersetzerin 苏梦含Su Menghan
Korrektorin孟雪芹Meng Xueqin
Vertrauen gewinnen, Zweifel säen: Der doppelte Einsatz wissenschaftlicher Rhetorik in der Klimakommunikation auf YouTube in Südafrika
Rodrigo de Oliveira Andrade, Luana Cruz, Thaiane Oliveira, Marina Joubert und Luisa Massarani
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0062
Ziel
Diese Studie zielt darauf ab, die Dynamik der Klimakommunikation sowie von Fehl- und Desinformation zum Klimawandel auf YouTube in Südafrika zu untersuchen.
Methodik
Ausgehend von einem ursprünglichen Datensatz von 5.685 Videos kombinierten wir Inhalts- und Themenanalysen mit einem quali-quantitativen Ansatz, um 46 Videos zu untersuchen, die im Jahr 2023, einem Jahr, das von rekordbrechenden Klimaereignissen im Land geprägt war, von südafrikanischen Kanälen produziert wurden.
Ergebnisse
Wir stellten fest, dass Videos im journalistischen Stil vorherrschten, von denen viele von Mainstream-Medien für die Ausstrahlung im Fernsehen produziert wurden. Die meisten stützten sich bei der Vermittlung klimabezogener Themen auf wissenschaftliche Argumentation und präsentierten Wissenschaftler als primäre Informationsquellen. Bei der Analyse, wie Fehlinformationen und Desinformation in unserem Korpus zum Ausdruck kommen, beobachteten wir, dass auch falsche und irreführende Videos auf wissenschaftliche Rhetorik zurückgreifen, diese jedoch einsetzen, um klimaleugnende Narrative zu fördern und Zweifel am Einfluss des Menschen auf den Klimawandel zu säen.
Praktische Implikationen
Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Journalisten, Wissenschaftskommunikatoren und Wissenschaftler in Südafrika erheblich davon profitieren könnten, evidenzbasierte Videos zu produzieren, die speziell auf YouTube zugeschnitten sind und interaktive Funktionen enthalten, um unterschiedliche Zielgruppen effektiver anzusprechen, da klimabezogene Videos, die ausdrücklich für digitale Plattformen produziert werden, tendenziell ein größeres Publikum anziehen und ein höheres Maß an öffentlichem Engagement hervorrufen.
Soziale Implikationen
Diese Studie trägt zu einem tieferen Verständnis der Dynamik der Klimakommunikation sowie von Fehl- und Desinformation auf YouTube in Südafrika bei, indem sie aufzeigt, dass das kommunikative Ökosystem des Landes durch eine öffentliche Debatte gekennzeichnet ist, die stark auf Rationalität ausgerichtet ist, wobei sich Videos – einschließlich irreführender – in erster Linie auf wissenschaftliche Erklärungen statt auf emotionale Appelle stützen. Dieses Ergebnis verdeutlicht, wie wissenschaftliche Rhetorik in klimabezogenen Inhalten auf YouTube in Südafrika eingesetzt wird, um Glaubwürdigkeit und öffentliches Vertrauen zu schaffen – sowohl bei der Vermittlung korrekter, wissenschaftlich fundierter Informationen als auch bei der Schürung von Zweifeln an der Klimakrise. Es beleuchtet zudem, wie systemkritische Akteure wissenschaftliches Kapital für sich nutzen, um im weiteren Kontext einer epistemischen Krise Legitimität unter Gleichgesinnten und in der Öffentlichkeit zu erlangen.
Originalität
ZUunserem Wissen gibt es bislang keine Studie, die sich mit der Verbreitung klimabezogener Inhalte auf YouTube in Südafrika befasst hat oder die Dynamik der Produktion und Verbreitung von Fehl- und Desinformation zum Thema Klima anhand eines derart umfangreichen Videodatensatzes analysiert hat.
Schlüsselwörter: Klimawandel; Klimakommunikation; Desinformation; YouTube; Südafrika
Übersetzerin 梅婷 Mei Ting
Korrektorin杨玉曼 Yang Yuman
Die Neuverhandlung nationaler Identität in einem globalen sinophonen Raum: Eine Studie über malaysisch-chinesische Nutzer auf Xiaohongshu (Rednote)
Hui Yan Chew 周蔚延
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0054
Zweck
Dieser Beitrag untersucht Xiaohongshu (XHS) als sinophone digitale Enklave für malaysische Chinesen. Er beleuchtet, wie Nutzer ihre Identität durch strategischen Essentialismus verhandeln, analysiert die digitale Darstellung des malaysischen Erbes und untersucht interkulturelle Interaktionen zwischen malaysischen Nutzern und dem „Zentrum“ Festlandchina.
Design/Methodik/Ansatz
Unter Verwendung eines qualitativ ausgerichteten Forschungsdesigns stützt sich diese Studie auf die Analyse digitaler Inhalte aus drei Fallstudien mit hoher Nutzeraktivität auf XHS. Durch eine genaue Lektüre visueller Erzählungen und Nutzerkommentare identifiziert die Untersuchung sprachliche Hybridität und Verschiebungen kultureller Autorität, wobei interpretative Tiefe Vorrang vor deskriptiver Statistik hat, um Identitätsperformance zu erforschen.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen eine transnationale kulturelle Reflexion, bei der „Außenstehende“ aus Festlandchina das malaysische Kulturerbe durch kulturelle Nostalgie interpretieren und die Peripherie als Hüterin „authentischer“ Werte betrachten. Allerdings sind die malaysisch-chinesischen Nutzer nicht passiv; sie engagieren sich proaktiv für den Schutz ihrer Kultur, indem sie ihre Autorität über ihre hybriden Praktiken geltend machen. Durch die Korrektur von Fehlvorstellungen hinsichtlich multiethnischer, lokaler Traditionen vollziehen die Nutzer einen Wandel von einer diasporischen Denkweise hin zu einem strategischen Identitätsschutz. Diese Interaktionen bestätigen die Hybridität der Gemeinschaft als eine global bedeutsame Weiterentwicklung der sinophonen Erfahrung und stärken damit ein ausgeprägtes nationales Zugehörigkeitsgefühl gegenüber einer homogenisierten globalen Identität.
Praktische Implikationen
Diese Studie lenkt den Diskurs über XHS weg von kommerziellen Funktionen hin zur Aushandlung von Identität. Zukünftige Forschungen sollten diesen Rahmen auf Plattformen wie Douyin oder TikTok anwenden und untersuchen, wie Non-Sinophone ethnische Gruppen sich in der chinesischen digitalen Infrastruktur zurechtfinden, um deren umfassendere Auswirkungen auf globale multiethnische Landschaften und die transnationale Integration zu verdeutlichen.
Soziale Implikationen
XHS schafft einen eigenständigen sprachlichen Raum, der soziale Interaktion durch Mandarin-Kompetenz filtert. Dies deutet auf einen Wandel in der digitalen Landschaft Südostasiens hin, wo algorithmisch kuratierte Räume es Minderheitengruppen ermöglichen, traditionelle Netzwerke zu umgehen und stattdessen eine „kuratierte Zugehörigkeit“ zu bevorzugen, die mit ihren spezifischen ethnischen und hybriden Wurzeln im Einklang steht.
Originalität/Wert
Diese Forschung schließt eine akademische Lücke, indem sie den Fokus von Konsummustern auf Identitätspolitik verlagert. Sie theoretisiert den „peripher-zentraler reflexiver Blick“ als Mechanismus des umgekehrten Kulturflusses und bietet damit einen soliden Rahmen für das Verständnis, wie innerethnische digitale Interaktionen zeitgenössische Subjektivitäten innerhalb der Diaspora prägen.
Schlüsselwörter: Identitätspolitik, malaysische Chinesen, Rednote, sinophone Theorie, strategischer Essentialismus, Xiaohongshu (XHS)
Übersetzerin 梅婷 Mei Ting
Korrektorin杨玉曼 Yang Yuman
Vernetzte Leben: Smartphones, familiäre Bindungen und Datenüberwachung bei syrischen Flüchtlingen in Griechenland
Iossif Konstantinou
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0047
Ziel
Zwangsvertriebene Bevölkerungsgruppen sind oft auf digitale Technologien angewiesen, um trotz prekärer Lebensumstände familiäre Bindungen aufrechtzuerhalten. Diese Studie untersucht, wie syrische Familien im Flüchtlingslager Eleonas (Athen, 2019–2020) Smartphones nutzten, um ihre Elternrolle wahrzunehmen und die Intimität in der Partnerschaft zu bewahren, während sie sich gleichzeitig der doppelten Herausforderung durch infrastrukturelle Barrieren und staatlich vermittelte Datenüberwachung stellen mussten.
Design/Methodik
Auf der Grundlage ethnografischer Forschung und Tiefeninterviews analysiert dieser Beitrag die digitalen Praktiken der Geflüchteten, darunter Taktiken der Selbstzensur (z. B. die Einschränkung von Videoanrufen, die Änderung von Social-Media-Profilen) sowie die innovative Nutzung von Plattformen wie WhatsApp und Facebook zur Bewältigung der Vertreibung.
Ergebnisse
Smartphones erwiesen sich als entscheidende Hilfsmittel zur Überwindung der Informationsunsicherheit und zur Förderung der entfernten Co-Präsenz. Trotz der Überwachung durch das Regime von al-Assad passten die Flüchtlinge ihre digitale Kommunikation an, um ihre Bindungen aufrechtzuerhalten, und definierten familiäre Intimität durch geteilte Erfahrungen, Fotos und Nachrichten.
Praktische Implikationen
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, dass humanitäre Organisationen digitale Schwachstellen (z. B. Überwachungsrisiken) angehen und gleichzeitig mobile Technologien nutzen, um die Vernetzung von Flüchtlingen und deren Zugang zu wichtigen Informationen zu unterstützen.
Soziale Implikationen
Die digitale Koexistenz ermöglicht es vertriebenen Familien, über Grenzen hinweg familiäre Vertrautheit wiederherzustellen, was traditionelle Vorstellungen von Nähe und Fürsorge in Frage stellt. Ungleicher Zugang und Überwachung verschärfen jedoch die prekäre Lage marginalisierter Gruppen.
Originalität/Wert
Diese Forschung leistet einen Beitrag zur Literatur über Vertreibung und digitale Medien, indem sie die Agentur von Flüchtlingen beim Umgang mit Konnektivität und Kontrolle in den Mittelpunkt stellt. Sie führt den Begriff „Leben in den Medien“ ein, um zu beschreiben, wie familiäre Bindungen durch alltägliche digitale Praktiken neu gestaltet werden.
Schlüsselwörter: soziale Medien; Smartphones; Tiefeninterviews; Prekarität; digitale Koexistenz; Flüchtlingsfamilien
Übersetzerin 梅婷 Mei Ting
Korrektorin杨玉曼 Yang Yuman
Online-Aktivismus gegen rassistische Aggressionen gegenüber asiatischen Amerikanern in den USA während COVID-19
Fangzhu Lu und Wenshan Jia
卢芳珠,贾文山
https://doi.org/10.1515/omgc-2025-0057
Zweck
Diese Studie untersucht, wie asiatisch-amerikanische Fürsprecherorganisationen Social-Media-Aktivismus auf X und Instagram mobilisierten und dabei rhetorische Strategien sowie diskursive Rahmungen einsetzten, um auf rassistische Aggressionen während der COVID-19-Pandemie zu reagieren. Die Studie leistet einen Beitrag zur Literatur über digitalen Aktivismus, indem sie untersucht, wie asiatisch-amerikanische Fürsprecherorganisationen plattformspezifische Strategien und narrative Rahmungen nutzen, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu mobilisieren und rassistischen Aggressionen online entgegenzutreten.
Methodik
Diese Studie verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse von Social-Media-Beiträgen, die von sechs asiatisch-amerikanischen Fürsprecherorganisationen veröffentlicht wurden, darunter drei X-Konten (WashTheHate, Chinese for Affirmative Action, Asian Americans Advancing Justice) sowie drei Instagram-Konten (Stop AAPI Hate, Stop Asian Hate, Advancing Justice: AAJC). Die Analyse konzentriert sich auf die rhetorischen Strategien, symbolischen Ressourcen und narrativen Rahmungen, die diese Organisationen einsetzen, um antiasiatischem Rassismus entgegenzuwirken.
Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass diese Organisationen strategisch identitätsbasierte Rahmungen, Bedrohungsverstärkung und Mobilisierungsnarrative einsetzten, um rassifizierte Diskurse herauszufordern und die Gemeinschaftssolidarität zu fördern. Visuelle Narrative auf Instagram und Echtzeit-Diskurse auf X erfüllten unterschiedliche, jedoch komplementäre Funktionen innerhalb der breiteren Antirassismusbewegung. Im Vergleich zu traditionellen Medien schufen soziale Medien Raum für eine inklusivere und gemeinschaftsorientiertes Engagement.
Praktische Implikationen
Die Studie bietet Minderheiten-Interessenvertretungsgruppen eine Referenz dafür, wie soziale Medien wirksam eingesetzt werden können, um Diskriminierung zu bekämpfen, öffentliche Unterstützung zu mobilisieren und digitale Solidarität in Krisenzeiten zu fördern.
Soziale Implikationen
Die Untersuchung unterstreicht die Rolle digitaler Mobilisierung an der Basis bei der Auseinandersetzung mit systemischem Rassismus, der Stärkung multirassischer Allianzen und der Festigung der demokratischen Teilhabe historisch marginalisierter Gruppen.
Originalität/Wert
In Abgrenzung zu bestehenden Studien, die sich auf die mediale Repräsentation asiatischer Amerikaner konzentrieren, hebt diese Studie die proaktive Handlungskraft chinesisch-amerikanischer Gemeinschaften hervor, die soziale Medien in einem Zeitraum politischer und gesellschaftlicher Spannungen als Instrument zur Rechteverteidigung, öffentlichen Beteiligung und narrativen Rekonstruktion nutzen.
Schlüsselwörter: Vereinigte Staaten; Fallstudie; soziale Medien; asiatische Amerikaner; X; Instagram
Übersetzerin孟雪芹Meng Xueqin
Korrektorin梅婷Mei Ting
Eine Übersicht über die Forschung zur digitalen Kommunikation in Indonesien, 2020–2025
Dorien Kartikawangi
https://doi.org/10.1515/omgc-2026-0026
Dieser Beitrag präsentiert eine PRISMA-informierte qualitative thematische Übersicht über die Forschung zur digitalen Kommunikation in Indonesien auf der Grundlage eines abgegrenzten Korpus[雪孟3] von 51 Artikeln, die zwischen 2020 und 2025 in fünf national akkreditierten Kommunikationszeitschriften der SINTA-2-Kategorie veröffentlicht wurden. Er untersucht, welche Themen, Methoden, Plattformen und indonesien-spezifischen konzeptionellen Möglichkeiten[雪孟4] diesen Forschungskorpus strukturieren und weshalb dieser national indexierte Korpus für die internationale Forschung zur digitalen Kommunikation von Bedeutung ist. Die Übersicht zeigt, dass die indonesische Forschung um fünf national verankerte thematische Formationen organisiert ist: die Plattformnutzung im indonesischen digitalen Alltag[雪孟5], plattformbasierter Journalismus und Themensichtbarkeit[雪孟6] in den indonesischen Nachrichtenökologien, institutionelle Sichtbarkeit und strategische Kommunikation in plattformbasierten Öffentlichkeiten, digitale Kompetenz und Ethik als öffentliche Bildungsarbeit sowie Desinformation und Verifikation in fragilen indonesischen epistemischen Umgebungen. Diese Themen stellen nicht lediglich indonesische Reproduktionen westlicher Forschungsagenden zu digitalen Medien dar. Vielmehr entstehen sie aus einem spezifischen kommunikativen Kontext, der durch wissenschaftliche Debatten in indonesischer Sprache, national akkreditierte Zeitschriftenstrukturen, ungleich verteilte digitale Kompetenz, eine starke Abhängigkeit von globalen Plattformen, wiederkehrende öffentliche Besorgnis über Falschmeldungen sowie die Notwendigkeit geprägt ist, dass Institutionen, Journalistinnen und Journalisten, Content-Creatorinnen und -Creator und Bürgerinnen und Bürger Glaubwürdigkeit in einer sich rasch plattformisierten Gesellschaft aushandeln. Der Beitrag argumentiert, dass die indonesische Forschung zur digitalen Kommunikation das breitere Forschungsfeld bereichert, indem sie zeigt, wie globale Plattformlogiken durch lokale Kommunikationsnormen, institutionelle Legitimationsarbeit, korrigierende öffentliche Bildungsarbeit[雪孟7] und hybride Verifikationsautoritäten lokal angeeignet und angepasst werden.
Schlüsselwörter: digitale Kommunikation; digitale Medien; Indonesien; SINTA-2-Zeitschriften; Kommunikationsforschung; Plattformisierung
Übersetzerin 苏梦含Su Menghan
Korrektorin孟雪芹Meng Xueqin
